Futter für Bienen und Hummeln

Bienenpflanzen für den Garten

Pelzbiene an Blüte der Traubenhyazinthe

Es gibt eine Fülle von Pflanzen, die attraktive Blüten haben, sogar nützlich sind, gut im Garten zu kultivieren und außerdem gute Nektar- oder Pollenlieferanten für Bienen und Hummeln sind. Nektar brauchen die Bienen in erster Linie für sich selbst, die Pollen sind der Vorrat für ihre Larven. Bei Nektarpflanzen sind sie in der Regel nicht wählerisch, aber rund ein Drittel der Wildbienenarten ist auf wenige Pollenspender spezialisiert, z.B. auf Weiden.

Vor allem die wenig spezialisierten Arten lassen sich einfach unterstützen. Man muß nur dafür sorgen, daß vom zeitigen Frühjahr bin in den Herbst hinein Blüten, die Pollen und Nektar liefern, im Garten sind - wovon man ja selbst auch was hat.

Blühlücken vermeiden

Blütenmangel im Hochsommer

Glockenblume mit Wildbiene

Im Frühjahr ist ein üppiger Blütenflor für Wildbienen  leicht zu erreichen, der Frühsommer prangt mit blühenden Rosen, ab dem Spätsommer blühen die Astern. Die staatenbildenden Bienen und Hummeln brauchen aber gerade im Hochsommer viel Futter, und genau dann sind die Wiesen gemäht und viele Gärten nur noch grün. Daher sind neben den zeitigen Frühlingsblühern, wie z.B. Krokussen, Sommerblumen besonders wichtig.

Empfehlenswert für Bienenfreunde sind Glockenblumen, die sowohl Nektar als auch Pollen liefern. Es gibt schöne, gartengeeignete Sorten, sowohl niedrige, polsterbildende aber auch höhere. Einige Wildbienen sind auf Glockenblumen angewiesen, z.B. die Sägehornbiene Melitta haemorrhoidalis.

Hochbetrieb herrscht in meinem Garten auch immer an der Kugeldistel (Echinops ritro), vor allem die Hummeln lieben ihn.

Andere sommerliche Bienenweiden sind der Waldgeißbart (Aruncus dioicus), Stockrosen (Malven) und im Spätsommer die bei Gärtnern eher unbeliebte Goldrute Solidago canadensis. Zum Glück mögen Bienen auch die besser gartengeeigneten und nicht so invasiven Goldruten wie z.B. Solidago rugosa 'Fireworks'. Oder Sie pflanzen die einheimische Goldrute Solidago virgaurea, die gut in naturnahe Beete an Gehölzrändern passt und schon ab Juli blüht.

für Bienen und Gärtner

Kräuter

Biene an Lavendelblüte

Die mediterranen Küchenkräuter sind eigentlich alle gute Bienenweiden - noch ein Argument für ein Kräuterbeet. Wenn Sie etwas Platz an der Sonne übrig haben, planen Sie das Beet etwas großzügiger und pflanzen Sie Lavendel, Oregano und Ysop. Die blühen alle drei im Hochsommer, Oregano bis in den Herbst hinein. Oregano hat leider den Nachteil, sich stark auszusamen. Wer nicht überall im Garten Oregano haben möchte (Bienen und Schmetterlinge hätte sicherlich nichts dagegen), sollte ihn rechtzeitig zurückschneiden.

Für Bienenfutter im späten Frühling und Frühsommer sorgen Schnittlauch und Thymian.

Bei den einjährigen Küchenkräutern sind Koriander und Borretsch die Favoriten. Koriander und andere Doldenblütler, Dill z.B., locken außerdem Schwebfliegen an, deren Larven gute Blattlausjäger sind.

Borretsch enthält leider kleine Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden, die lebertoxisch sind, daher sollte man ihn nur gelegentlich essen. Die Blüten und Samen sind unbedenklich.

viele Blüten auf einmal

Bäume und Sträucher

Obstbäume sind ja bekannt als gute Bienenweide. In einem Obstgarten leiden Bienen und Hummeln im Frühjahr nicht unter Mangel. Wenn Sie Obstbäume haben, sind daher Gehölze, die die wertvollen Befruchter vor und nach Obstblüte ernähren, sehr wichtig.

Im zeitigen Frühjahr sind Weiden die wertvollste Bienenpflanze, auch kleine Gartenformen wie Salix caprea 'Pendula', die Hängende Kätzchenweide, sind geeignet. 'Pendula' ist anspruchslos und wächst auf normalen Gartenböden. Für feuchte Standorte bieten sich kleine Zierformen von Salix purpurea an.

Eine ausgezeichnete sommerliche Trachtpflanze sind Winter- und Sommerlinden. Von der Winterlinde sind 2 Sorten erhältlich, die für Gärten geeignet sind, Tilia cordata 'Rancho' und 'Green Globe'. Sommerlinden können bis zu 30 m hoch werden, die sind nur was für sehr, sehr große Gärten.

Rosenfans können die Bienen mit wenig gefüllten Blüten glücklich machen. Auch halb gefüllte Rosen wie 'New Dawn', die noch dazu öfter blühend ist, bieten noch Pollen. Sehr stark gefüllte Rosen haben meist keine Staubgefäße mehr, oder sie sind unzugänglich für die Bienen tief in den Blütenblättern versteckt. Mit geschickter Sortenwahl kann man mit Rosen einen großen Teil des Gartenjahrs abdecken - vom Mai bis zum ersten Frost.

 

 

Nützliche Broschüre

Lexikon "Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten"

Das Bundesministerium für Landwirtschaft hat die handliche, kostenlos erhältliche Broschüre "Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten" veröffentlicht, ein kleines Lexikon mit rund 130 Pflanzenarten, mit Hinweisen auf den Standort, die Blütezeit und das Angebot an Pollen und Nektar.

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